Unsere Crew macht von 10. bis 19. Juli Urlaub. Der Onlineshop bleibt geöffnet und Bestellungen sind jederzeit möglich.
Der Versand startet wieder ab 20. Juli.

Jul 3, 2026
Manchmal öffnet sich im Leben eine Tür, von der man geglaubt hat, dass sie längst
geschlossen sei.
Eines Tages machte mich mein Bruder auf ein Verlautbarungsblatt des Österreichischen Bundesheeres aufmerksam. Darin stand, dass es über die sogenannte Nachhollaufbahn die Möglichkeit gab, die Ausbildung zum Militärpilotenzu absolvieren.
Ich begann sofort, die Voraussetzungen zu lesen.
Man musste unter anderem
Unteroffizier sein
bereits einen Auslandseinsatz absolviert haben
eine bestimmte Anzahl an Flugstunden vorweisen können und
durfte eine festgelegte Altersgrenze noch nicht überschritten haben.
Mit jeder Zeile wurde mir bewusster-
ich erfüllte all diese Voraussetzungen! ✨
Plötzlich bekam vieles, was ich in den Jahren zuvor geleistet hatte,
eine ganz neue Bedeutung - meine Ausbildung zum Unteroffizier, mein Einsatz im Kosovo und die vielen Flugstunden, die ich mir mühsam erarbeitet hatte – all das konnte mir tatsächlich noch einmal die Tür zu einem noch größerenTraum öffnen.
Es fühlte sich an, als hätte mich mein Leben, mit all seinen Umwegen und Herausforderungen, genau auf diesen Moment vorbereitet.
Schon einmal hatte ich versucht, Militärpilot zu werden.
Schon einmal war ich gescheitert.
Nun bekam ich unerwartet eine zweite Chance –
und zugleich wusste ich, dass es meine letzte sein würde.
Für mich war deshalb klar - ich musste sie ergreifen.
Also meldete ich mich ein zweites Mal in meinem Leben zur Militärpilotenselektion an. 🎯
Der 1. Teil begann in Wien-Stammersdorf -
die medizinische und psychologische Eignungstestung.
Genau hier war mein Weg beim ersten Versuch zu Ende gewesen.
Diese Tage würden darüber entscheiden, ob sich die Tür noch einmal öffnete oder ob
sie für immer geschlossen blieb. 🚪
Der Druck war enorm.
Jede Aufgabe, jedes Gespräch, jede Reaktion.
Ich versuchte, mich ganz auf den jeweiligen Moment zu konzentrieren.
Dann die erlösende Nachricht-
1. Teil der Selektion - bestanden! 🤩

Die erste große Hürde
war somit geschafft.
Nun ging es weiter zum 2. Teil -
der fliegerischen Selektion
nach Graz.
Auch dort wurden wir wieder gefordert. Wir mussten zeigen,
wie wir unter Belastung reagierten, wie schnell wir neue Aufgaben erfassten und
ob wir auch in schwierigen Situationen ruhig und konzentriert blieben.
Die anderen Selektionisten waren viele Jahre jünger als ich. Doch der Altersunterschied spielte keine Rolle, denn in dieser intensiven Zeit durchleben wir alle dieselbe Anspannung und hofften auf denselben Traum. Daraus entstand nicht nur ein besonderer Zusammenhalt, sondern auch Freundschaften, die bis heute andauern. 👬
Nach Abschluss der fliegerischen Selektion kam dann jene Fahrt, die über meinen
weiteren Weg entscheiden sollte:
Die Fahrt von Zeltweg nach Langenlebarn!
Am Ende dieser Strecke würde ich erfahren, ob ich es geschafft hatte?!
Die Fahrt fühlte sich für mich endlos an. In meinem Kopf ging ich
noch einmal alles durch: die Aufgaben, die Flüge, die guten Momente, aber auch jene Situationen, bei denen ich nicht wusste,
ob meine Leistung gereicht hatte. 🤔
In Langenlebarn hieß es für uns zunächst: Aufstellung in einer Reihe.
Wir waren acht Teilnehmer. Vor uns stand der Kommandant.
Langsam ging er die Reihe entlang, blieb vor jedem Einzelnen stehen und
teilte ihm die Entscheidung mit.
Mit jedem Schritt, den er näher kam, wurde meine Nervosität größer.
Mein Herz schlug immer schneller. 💓
Dann stand er vor mir.
Für einen kurzen Moment schien alles stillzustehen.
Er sah mich an und sagte nur:
„Bestanden“ 🤩
In diesem Augenblick fiel alles von mir ab. Ein Gefühl durchfuhr meinen ganzen Körper, das ich mein ganzes Leben nicht vergessen werde.
Ich weiß heute noch genau, wo ich stand, als Stefan mich anrief.
Ich hatte schon so sehr auf diesen Anruf gewartet und war unglaublich aufgeregt.
So oft hatten wir darüber gesprochen und gemeinsam gehofft.
Die Freude in diesem Moment war überwältigend – ein Gefühl, das ich mein Leben lang nicht vergessen werde. 🤩
Gleichzeitig war uns beiden bewusst, dass sich unser
gemeinsames Leben verändern würde und wir früher oder später
eine Wochenendbeziehung führen werden.
Im Jahr 2007 begann meine Ausbildung in Zeltweg mit den theoretischen Grundlagen. Auf dem Stundenplan standen unter anderem Aerodynamik, Navigation, Luftrecht, militärische Bestimmungen und viele weitere Fächer. Auf einen bestandenen Abschnitt folgte
bereits der nächste. 📖
Durch meine bisherige fliegerische Tätikgeit brachte ich bereits einiges an Vorwissen mit. Trotzdem merkte ich schnell, dass hier noch einmal ganz andere Anforderungen
auf mich warteten.

Nach der theoretischen Ausbildung kam ich
nach Langenlebarn.
Dort begann die praktische Grundausbildung auf dem Hubschrauber
Bell JetRanger 206.
Neben der allgemeinen Hubschrauberschulung absolvierten wir:
Formations- und Nachtflüge
Außenlasttraining sowie
verschiedene militärische Einsatzverfahren
Besonders eindrucksvoll war der Hochgebirgslandekurs. 🏔️
Dort lernten wir, einen Hubschrauber in großer Höhe, auf engstem Raum und nahe an seiner Leistungsgrenze sicher zu bewegen und zu landen.

Auch ein Überlebenstraining,
das uns körperlich und
psychisch an unsere Leistungsgrenze brachte,
war Teil dieser Ausbildung. 🌲
Wenig Schlaf, große Anstrengung und schwierige Aufgaben verlangten uns alles ab. Gerade in solchen Situationen zeigte sich, wie wichtig Durchhaltevermögen, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung waren!
Während Stefan unter der Woche in Langenlebarn lebte und sich ganz auf seine Ausbildung konzentrierte, war diese Zeit auch für mich von neuen beruflichen Schritten geprägt.
Ich schloss meine Ausbildung zum Diplom-Wellnesscoach ab und meldete
nebenberuflich ein Kleinunternehmen an.

In diesem Rahmen bot
ich Ernährungskurse und
persönliche Einzelcoachings rund um
das Thema Ernährung an.
I
Auch hauptberuflich veränderte ich mich. Ich wechselte von der Raiffeisenbank Judenburg zur damaligen Volksbank Aichfeld-Murboden und kehrte dort in die Kundenberatung zurück. Mein Schwerpunkt lag vor allem im Finanzierungsbereich.
Unter der Woche lebten und arbeiteten wir an unterschiedlichen Orten und
verfolgten beruflich verschiedene Wege.

Umso bewusster nutzten wir
die Wochenenden,
die uns gemeinsam blieben.👩❤️👨
Während wir uns Schritt für Schritt weiterentwickelten, rückte der Abschluss
meiner ersten Ausbildungsphase immer näher.

Und dann hielt ich ihn endlich in den Händen:
meinen Militärpilotenschein,
den sogenannten Grundschein.
Dazu erhielt ich eine Urkunde, die mich bis
heute an diese ganz besondere Zeit erinnert. ✨
Für mich waren es weit mehr als nur zwei Dokumente.
Sie standen für all die Jahre voller Disziplin, Ausdauer und Hoffnung. Mit diesem Abschluss war für mich ein noch größerer Traum in Erfüllung gegangen.
Ich war Militärpilot des Österreichischen Bundesheeres. 🇦🇹🚁
Das erfüllte mich mit großer Freude und auch mit
unbeschreiblichem Stolz!
Die Zeit in Langenlebarn war jedoch nicht nur von Lernen, Prüfungen und Fliegen geprägt. Ebenso wichtig waren die Menschen, mit denen ich diesen einzigartigen
Lebensabschnitt gemeinsam erlebte.
Wir waren die Fluggruppe 49. Wir lernten gemeinsam, absolvierten Prüfungen, erlebten Rückschläge und teilten viele besondere Momente miteinander.

Ein fester Bestandteil jeder Fluggruppe
war der eigene Patch, den wir
gemeinsam designten.
Er symbolisiert unsere
Zusammengehörigkeit
und die gemeinsame Ausbildungszeit.
Mit der Herstellung des Fluggruppenpatches beauftragten wir eine Stickerei.
Doch die Produktion dauerte länger als erwartet.
Wer mich kennt, weiß, dass Geduld nicht unbedingt zu meinen größten Stärken gehört. Außerdem nehme ich Dinge gerne selbst in die Hand und bin nur ungern
von anderen abhängig.
Während wir auf die fertigen Patches warteten, begann deshalb
eine Idee in mir zu reifen! 💡
Eines Tages erzählte ich Petra davon.
Wie würde sie wohl darauf reagieren?
