
Jul 3, 2026
Manchmal öffnet sich im Leben eine Tür, von der man geglaubt hat, dass sie längst
geschlossen sei.
Eines Tages machte mich mein Bruder auf ein Verlautbarungsblatt des Österreichischen Bundesheeres aufmerksam. Darin stand, dass es über die sogenannte Nachhollaufbahn die Möglichkeit gab, die Ausbildung zum Militärpilotenzu absolvieren.
Ich begann sofort, die Voraussetzungen zu lesen.
Man musste unter anderem
Unteroffizier sein
bereits einen Auslandseinsatz absolviert haben
eine bestimmte Anzahl an Flugstunden vorweisen können und
durfte eine festgelegte Altersgrenze noch nicht überschritten haben.
Mit jeder Zeile wurde mir bewusster-
ich erfüllte all diese Voraussetzungen! ✨
Plötzlich bekam vieles, was ich in den Jahren zuvor geleistet hatte,
eine ganz neue Bedeutung - meine Ausbildung zum Unteroffizier, mein Einsatz im Kosovo und die vielen Flugstunden, die ich mir mühsam erarbeitet hatte – all das konnte mir tatsächlich noch einmal die Tür zu einem noch größerenTraum öffnen.
Es fühlte sich an, als hätte mich mein Leben, mit all seinen Umwegen und Herausforderungen, genau auf diesen Moment vorbereitet.
Schon einmal hatte ich versucht, Militärpilot zu werden.
Schon einmal war ich gescheitert.
Nun bekam ich unerwartet eine zweite Chance –
und zugleich wusste ich, dass es meine letzte sein würde.
Für mich war deshalb klar - ich musste sie ergreifen.
Also meldete ich mich ein zweites Mal in meinem Leben zur Militärpilotenselektion an. 🎯
Der 1. Teil begann in Wien-Stammersdorf -
die medizinische und psychologische Eignungstestung.
Genau hier war mein Weg beim ersten Versuch zu Ende gewesen.
Diese Tage würden darüber entscheiden, ob sich die Tür noch einmal öffnete oder ob
sie für immer geschlossen blieb. 🚪
Der Druck war enorm.
Jede Aufgabe, jedes Gespräch, jede Reaktion.
Ich versuchte, mich ganz auf den jeweiligen Moment zu konzentrieren.
Dann die erlösende Nachricht-
1. Teil der Selektion - bestanden! 🤩

Die erste große Hürde
war somit geschafft.
Nun ging es weiter zum 2. Teil -
der fliegerischen Selektion
nach Graz.
Auch dort wurden wir wieder gefordert. Wir mussten zeigen,
wie wir unter Belastung reagierten, wie schnell wir neue Aufgaben erfassten und
ob wir auch in schwierigen Situationen ruhig und konzentriert blieben.
Die anderen Selektionisten waren viele Jahre jünger als ich. Doch der Altersunterschied spielte keine Rolle, denn in dieser intensiven Zeit durchleben wir alle dieselbe Anspannung und hofften auf denselben Traum. Daraus entstand nicht nur ein besonderer Zusammenhalt, sondern auch Freundschaften, die bis heute andauern. 👬
Nach Abschluss der fliegerischen Selektion kam dann jene Fahrt, die über meinen
weiteren Weg entscheiden sollte:
Die Fahrt von Zeltweg nach Langenlebarn!
Am Ende dieser Strecke würde ich erfahren, ob ich es geschafft hatte?!
Die Fahrt fühlte sich für mich endlos an. In meinem Kopf ging ich
noch einmal alles durch: die Aufgaben, die Flüge, die guten Momente, aber auch jene Situationen, bei denen ich nicht wusste,
ob meine Leistung gereicht hatte. 🤔
In Langenlebarn hieß es für uns zunächst: Aufstellung in einer Reihe.
Wir waren acht Teilnehmer. Vor uns stand der Kommandant.
Langsam ging er die Reihe entlang, blieb vor jedem Einzelnen stehen und
teilte ihm die Entscheidung mit.
Mit jedem Schritt, den er näher kam, wurde meine Nervosität größer.
Mein Herz schlug immer schneller. 💓
Dann stand er vor mir.
Für einen kurzen Moment schien alles stillzustehen.
Er sah mich an und sagte nur:
„Bestanden“ 🤩
