
Sep 4, 2026
Am Ende von Kapitel 7 war für uns klar:
So wie bisher konnte es nicht weitergehen - wir mussten etwas ändern.
Und genau das taten wir.
Ich kündigte meinen Job bei der Bank und ging zu 100 % in unsere Firma. Endlich konnte ich mich ganz auf die Stickerei konzentrieren.
Nur wenige Monate später erfüllte sich unser größter Wunsch:
Wir erwarteten ein Baby. 👶❤️
Ich hatte das Glück, eine wunderschöne Schwangerschaft zu erleben. Mir ging es so gut,
dass ich bis zum letzten Moment in unserer Firma arbeitete – und das meine ich durchaus wörtlich. 😉
Am Montag stellte ich noch Weihnachtsgeschenke für einen Kunden fertig. Am nächsten Tag kam unser kleiner Florian auf die Welt.

Plötzlich waren wir
zu dritt. ❤️
Natürlich hatten wir uns vorher oft gefragt, wie wir Familie, Firma und Stefan´s Arbeit in Hörsching miteinander vereinbaren würden.
Wir machten uns viele Gedanken – aber wie es wirklich werden würde, konnte uns niemand sagen. Also beschlossen wir, es einfach auf uns zukommen zu lassen.
Doch schon nach kurzer Zeit merkten wir:
Es war schwieriger, als wir gedacht hatten. 😮💨
So wunderschön es war, eine Familie zu sein, war diese Zeit für mich gleichzeitig eine der herausforderndsten Phasen meines Lebens.
Stefan war von Montag bis Freitag in Hörsching. Ich war mit unserem Flo zu Hause –
und in der Firma warteten die Aufträge.
Ich arbeitete immer dann, wenn es irgendwie möglich war. Doch mit einem kleinen Baby ließ sich natürlich längst nicht alles schaffen – und so blieb vieles liegen.
Wenn Stefan freitags nach Hause kam, war an Erholung kaum zu denken. Für ihn ging es direkt in der Firma weiter, um jene Aufträge fertigzustellen, die während der Woche
liegen geblieben waren.
Samstags arbeitete er den ganzen Tag, sonntags oft noch bis Mittag. Für uns als Familie blieb dadurch meistens nur der Sonntagnachmittag.
Wir waren oft am Limit und fragten uns irgendwann ernsthaft, ob wir die Stickerei
aufgeben sollten. 🤔 Doch der Gedanke, all das loszulassen, was wir uns bis dahin aufgebaut hatten, fiel uns unglaublich schwer.
Also machten wir weiter. Nicht immer perfekt, manchmal ziemlich chaotisch und oft einfach so, wie es gerade möglich war. Unsere Kunden hatten großes Verständnis für diese Situation – dafür sind wir ihnen bis heute sehr dankbar. 🙏
Je älter Florian wurde, desto öfter konnten wir ihn mit in die Firma nehmen.
Ob wir dadurch schneller vorankamen? Eher nicht. 😄
Unser kleiner „Mitarbeiter“ hatte nämlich seine ganz eigenen Vorstellungen davon,
wie man in einer Stickerei mithilft:
Mülleimer ausräumen, Schachteln neu sortieren – natürlich nach seinem ganz persönlichen System – und neugierig all das entdecken, was eine Stickerei für ein kleines Kind
so spannend machte.
Aber so turbulent es manchmal auch war: Wir konnten die Zeit gemeinsam verbringen. Und langsam entwickelte sich daraus eine Art Alltag, der für uns funktionierte. 🥰

Eigentlich war unser Leben zu diesem Zeitpunkt schon mehr als ausgefüllt. Doch in Stefan´s Kopf nahm längst die nächste Idee Gestalt an. 💡
Als Pilot beim Österreichischen Bundesheer war ich immer wieder bei diversen Öffentlichkeitsveranstaltungen des Militärs dabei.
Dort wurden T-Shirts, Caps, Aufnäher etc. mit Motiven der österreichischen Militärluftfahrt über unsere Staffel angeboten, die bei den Besuchern sehr beliebt waren. 🤩
Und irgendwann entstand daraus eine einfache Frage:
Warum sollte es keine Marke geben, die die
österreichische Militärluftfahrt repräsentiert? 🇦🇹
Eine Kollektion für Menschen, die sich für die Militärluftfahrt begeistern und diese Verbundenheit auch gerne nach außen zeigen möchten.
Damit war die nächste Idee geboren. Und wer mich kennt, weiß inzwischen, dass es bei mir selten nur bei einer Idee bleibt. 😉
Ich begann mich mit dem Thema zu beschäftigen und fand schließlich einen Grafiker in Oberösterreich, mit dem ich gemeinsam einen passenden Namen und
erste Entwürfe entwickelte.
Nach einigen Überarbeitungen stand schließlich unser Logo fest! 👍

Nun sollte daraus eine geschützte Marke werden. Also reichten wir die Unterlagen beim Österreichischen Patentamt ein und warteten die Einspruchsfrist ab.
Eigentlich waren wir überzeugt, dass nichts dazwischenkommen würde. Doch einen Tag vor Ablauf der Frist kam plötzlich ein dicker Umschlag mit der Post.
Wir öffneten ihn – und dann die Ernüchterung:
Ein Konzern hatte Einspruch gegen unsere Markenanmeldung erhoben.
Das war ein unglaublich großer Rückschlag. 😔
Wir hatten viel Zeit, Arbeit und natürlich auch Geld in diese Idee investiert.
Dieser Brief fühlte sich an, als hätte jemand
einfach den Stecker aus unserem neuen Projekt gezogen.
Wir ließen die Sache erst einmal liegen.
Wir brauchten etwas Zeit, um diesen Rückschlag zu verdauen.
Doch einige Wochen später begannen wir wieder, uns damit zu beschäftigen.
Wenn wir weitermachen wollten, brauchten wir einen neuen Namen –
und auch ein neues Logo.
Also fingen wir noch einmal von vorne an.
Und je länger wir darüber nachdachten, desto klarer wurde uns,
dass wir eigentlich gar nicht weit suchen mussten.
Denn worum ging es bei unserer Idee wirklich?
Um die österreichische Militärluftfahrt.
Um die österreichischen Luftstreitkräfte.
Um die Austrian Air Force. 🇦🇹
Plötzlich war die Motivation wieder da - und diesmal begann ich selbst zu zeichnen. Im Mittelpunkt sollte der Adler stehen – ein Symbol, das weltweit eng mit Fliegerei und Luftstreitkräften verbunden ist. 🦅
Gemeinsam mit dem Schriftzug entstand nach vielen Stunden
unser neues Logo:

Dann das ganze Prozedere noch einmal von vorne:
neue Marke beim Patentamt einreichen
warten und hoffen
Diesmal fühlte sich die Einspruchsfrist besonders lang an.
Umso größer war die Erleichterung, als sie endlich vorbei war und wir kurz darauf die Registrierungsbestätigung in den Händen hielten. ❤️

Unsere Marke
Austrian Air Force
wurde 2015 offiziell registriert
und ist europaweit geschützt! 🤩
Es war für uns ein ganz besonderer Moment. Nach dem Rückschlag und dem kompletten Neustart war aus meiner Idee endlich eine echte, geschützte Marke geworden.
Doch eine eingetragene Marke allein macht noch keine Kollektion und verkauft auch
noch kein einziges T-Shirt.
Die eigentliche Arbeit begann erst jetzt! 🚀

Ich habe meiner Zeit beim Bundesheer
unglaublich viel zu verdanken.
Ich durfte dort sehr viel erleben, viel lernen
und habe eine fliegerische Ausbildung erhalten,
die mich bis heute prägt.
Deshalb fühlte sich dieser Beruf für mich nie wie Arbeit an – sondern einfach wie etwas, das ich unglaublich gerne gemacht habe. ❤️
Doch so sehr ich diesen Job liebte, brachte er für unser gemeinsames Leben auch Herausforderungen mit sich.
Zum Beruf eines Militärpiloten gehört es, kurzfristig einsatzbereit zu sein – etwa wenn bei einem Waldbrand, einer Katastrophe oder einer anderen besonderen Lage
Unterstützung gebraucht wird.
Dazu kamen Auslandseinsätze, die mitunter einen ganzen Monat dauerten. 🪖
Für uns als Familie bedeutete das immer wieder Abschied nehmen, umplanen und versuchen, Familie, Firma und Bundesheer irgendwie miteinander zu vereinbaren.
Lange funktionierte das auch. Doch irgendwann mussten wir uns eingestehen, dass unsere Lebenssituation immer weniger zu den Anforderungen des Dienstes beim Bundesheer passte.
Und so begann ich mich immer ernsthafter mit der Frage zu beschäftigen,
wie es beruflich für mich weitergehen könnte.
Eines wusste ich dabei ziemlich genau:
Wenn ich das Bundesheer verlassen sollte, wollte ich als Pilot nur bei einem
ganz bestimmten Unternehmen arbeiten. 🚁




